Unser Lexikon zur Arbeitsmedizin
Arbeitsmedizinische Begriffe von A bis Z einfach erklärt. Hier finden Sie kompakte Erläuterungen, um Ihr Wissen über arbeitsbedingte Erkrankungen, Vorsorgemaßnahmen, Sicherheitsinspektionen und weitere wichtige Themen am Arbeitsplatz zu erweitern.
Gefährdungsbeurteilung
Ein systematisches Verfahren zur Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen im Arbeitsumfeld gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), das präventive Maßnahmen zur Minimierung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken vorschreibt.
Gefährdungsdokumentation
Gefährdungsdokumentation umfasst die Aufzeichnung aller identifizierten Gefährdungen und der zugehörigen Schutzmaßnahmen im Betrieb, um eine nachhaltige Verbesserung des Arbeitsschutzes zu gewährleisten.
Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
Die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz umfasst Maßnahmen und Programme zur Stärkung des Wohlbefindens und der Gesundheit der Beschäftigten. Dazu gehören Bewegungsangebote, Stressmanagement und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung.
Gesundheitsmanagement
Gesundheitsmanagement bezeichnet die strategische Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit der Beschäftigten innerhalb eines Unternehmens.
Gesundheitsschutz
Gesundheitsschutz bezieht sich auf alle Maßnahmen, die darauf abzielen, die Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz zu bewahren und arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken zu minimieren. Er basiert auf dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und beinhaltet Gefährdungsbeurteilungen, Schutzmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen.
Gesundheitstage im Betrieb
Gesundheitstage im Betrieb sind Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Beschäftigten für gesundheitliche Themen und zur Förderung eines gesundheitsbewussten Verhaltens.
Gesundheitszirkel
Ein Gesundheitszirkel ist eine moderierte Arbeitsgruppe aus Beschäftigten und Führungskräften, die Maßnahmen zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz erarbeitet. Diese Zirkel sind ein Instrument des betrieblichen Gesundheitsmanagements und dienen der partizipativen Verbesserung von Arbeitsbedingungen.
Grenzwert für biologische Arbeitsstoffe (BGW)
Grenzwert für biologische Arbeitsstoffe (BGW) definiert die maximal zulässige Konzentration biologischer Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz, um das Risiko einer Infektion oder Allergie zu minimieren.
Grundbetreuung
Die Grundbetreuung ist eine gesetzlich vorgeschriebene, standardisierte arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung von Unternehmen gemäß der DGUV Vorschrift 2. Sie umfasst grundlegende Maßnahmen wie Gefährdungsbeurteilungen, Beratung des Arbeitgebers und regelmäßige Begehungen, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten.
Hautschutzplan
Ein Hautschutzplan ist eine verbindliche Anweisung im Betrieb, die Maßnahmen zum Schutz der Haut der Beschäftigten vor schädlichen Einflüssen wie Chemikalien, Feuchtigkeit oder mechanischen Belastungen festlegt. Er umfasst die Auswahl und Anwendung geeigneter Hautschutzmittel, Reinigungs- und Pflegemittel sowie Anweisungen zur richtigen Nutzung, um berufsbedingten Hauterkrankungen vorzubeugen.
Hitzeschutz am Arbeitsplatz
Hitzeschutz am Arbeitsplatz umfasst Maßnahmen zur Prävention gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch hohe Temperaturen. Dazu gehören technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen wie Belüftung, Flüssigkeitszufuhr, Anpassung der Arbeitszeiten und das Tragen geeigneter Schutzkleidung.
Homeoffice-Richtlinien
Homeoffice-Richtlinien legen die organisatorischen und arbeitsrechtlichen Vorgaben für das Arbeiten von zu Hause aus fest. Sie regeln Aspekte wie Arbeitszeiten, Datenschutz, Ergonomie, Arbeitsschutz und die Bereitstellung von Arbeitsmitteln. Ziel der Richtlinien ist es, die Sicherheit, Gesundheit und Produktivität der Beschäftigten im Homeoffice zu gewährleisten und die betrieblichen Abläufe zu sichern.
Hygienemaßnahmen
Hygienemaßnahmen sind präventive Maßnahmen zur Sicherstellung von Sauberkeit und Infektionsschutz am Arbeitsplatz. Sie umfassen unter anderem regelmäßige Reinigung, Desinfektion, persönliche Hygienevorschriften und Belüftung, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Diese Maßnahmen sind besonders in Bereichen mit erhöhtem Infektionsrisiko, wie der Lebensmittelindustrie oder im Gesundheitswesen, vorgeschrieben und tragen zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten bei.
Hypersensibilisierung
Die Hypersensibilisierung, auch als spezifische Immuntherapie (SIT) bezeichnet, ist eine medizinische Behandlung zur Reduktion der Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Allergenen. Sie wird eingesetzt, um allergische Reaktionen, die durch berufsbedingte Expositionen wie Pollen, Tierhaare oder chemische Stoffe am Arbeitsplatz entstehen, langfristig zu verringern. Ziel ist es, das Immunsystem schrittweise an das Allergen zu gewöhnen und dadurch allergiebedingte Symptome zu minimieren oder ganz zu verhindern.
Höhensicherungsmaßnahmen
Höhensicherungsmaßnahmen sind Schutzvorkehrungen, die bei Arbeiten in großer Höhe ergriffen werden, um Absturzunfälle zu verhindern. Dazu zählen persönliche Schutzausrüstungen wie Auffanggurte, Sicherungssysteme, Schutzgeländer und technische Maßnahmen wie Absturzsicherungen. Diese Maßnahmen sind in den Unfallverhütungsvorschriften und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt und dienen dem Schutz der Beschäftigten vor schweren Verletzungen.
Impfungen für Beschäftigte
Impfungen für Beschäftigte sind präventive medizinische Maßnahmen, die darauf abzielen, das Risiko arbeitsbedingter Infektionskrankheiten zu minimieren. Sie werden insbesondere in Berufsgruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko, wie im Gesundheitswesen oder in Laboren, durchgeführt. Diese Impfungen sind Teil des betrieblichen Gesundheitsschutzes und können gemäß der Biostoffverordnung (BioStoffV) verpflichtend vorgeschrieben sein, um die Gesundheit der Beschäftigten und der Allgemeinheit zu schützen.
Individuelle Vorsorgeuntersuchungen
Individuelle Vorsorgeuntersuchungen sind arbeitsmedizinische Untersuchungen, die auf die spezifischen gesundheitlichen Risiken einzelner Beschäftigter abgestimmt sind. Sie dienen der Früherkennung von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren und der Prävention von Erkrankungen. Diese Untersuchungen erfolgen gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und werden je nach Art der Tätigkeit und Exposition gegenüber bestimmten Gefährdungen angepasst. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten langfristig zu sichern.
Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) regelt Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten in der Bevölkerung. Es enthält Vorschriften für den Infektionsschutz am Arbeitsplatz, insbesondere in Bereichen mit erhöhtem Infektionsrisiko, wie dem Gesundheitswesen. Ziel ist es, durch präventive Maßnahmen Infektionsausbrüche zu verhindern und die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen..
Integriertes Gesundheitsmanagement
Das Integrierte Gesundheitsmanagement kombiniert Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz in einem ganzheitlichen Ansatz. Ziel ist es, die Gesundheit der Beschäftigten durch präventive Maßnahmen, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und betriebliche Gesundheitsprogramme nachhaltig zu fördern und die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Intensivüberwachung
Intensivüberwachung bezeichnet die verstärkte arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Überwachung von Tätigkeiten oder Arbeitsbereichen mit erhöhten Gesundheitsrisiken. Sie umfasst häufige Kontrolluntersuchungen und zusätzliche Schutzmaßnahmen, um die Sicherheit der Beschäftigten bei risikoreichen Arbeiten sicherzustellen.
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